GrünDigital: Innovation und Digitalisierung für Nachhaltigkeit

Um die Klimakrise zu bewältigen und unsere Wirtschaft ökologisch zukunftsfähig und international wettbewerbsfähig aufzustellen,  benötigen wir eine rapide Beschleunigung von Innovation in Bereichen wie dem Energiesektor und in der Digitalisierung. Dafür benötigen wir eine deutliche Ausweitung der staatlichen und privaten Finanzmittel. Die deutsche Wirtschaft muss endlich im 21ten Jahrhundert ankommen.

Warum benötigen wir zur Klimarettung Innovation?

Wie das Potsdamer Institut für Klimaforschung aufzeigte, führte der erste Corona-Lockdown im April 2020, als so gut wie jeder öffentliche Lebensbereich zum Stillstand kam, zu einem deutschlandweiten Rückgang der CO2 Emissionen von (nur) 16,9%. Das ist, wenn auch signifikant und spürbar, erschreckend wenig, wenn man sich den abrupten Stillstand der Wirtschaft damals vergegenwärtigt. Nicht einmal „Abschalten“ würde also ausreichen, um das Klima zu retten!

Wir benötigen vielmehr weitreichende Innovationen, die uns zu einer klimaneutralen Wirtschaft überführen. Die Technologien, die dafür nötig sind, müssen jedoch teilweise erst noch entwickelt und zur Marktreife gebracht werden! Gleichzeitig brauchen wir Innovationen auch dafür, um flexibel auf Krisen reagieren zu können.

In welchen Bereichen benötigen wir Forschung und Entwicklung?

Wir brauchen Schlüssel-Technologien für den Klimaschutz („key enabling technologies“), wie z.B. durch die Entwicklung von umweltschonenden Batterien, den Umbau von Sektoren, in denen die Verringerung der CO2-Emissionen schwer zu erreichen ist (etwa Stahl-, Petrochemie-, Aluminium-, Zement- und Düngemittelindustrie). Durch den Aufbau einer sauberen Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und in Europa, effizienter Energiespeicherungssysteme, und umweltfreundliche neue Materialien. So können wir den CO2 Ausstoß massiv reduzieren und gleichzeitig eine ökonomische Perspektive schaffen.

Für die Erleichterung des Alltags und um den Ansprüchen neuer Technologien gerecht zu werden, benötigen wir darüber hinaus einen Investitionsschub in digitale Infrastruktur. Flächendeckende und stabile Glasfasernetze, Mobilfunk der 5. Generation („5G“), digitale Bürgerservices, e-Health, und digitale Ausstattung unserer Schulen. Es kann nicht sein, dass unsere Kinder erst nach einem Jahr Pandemie Zugang zu e-learning haben oder dass unsere Gesundheitsversorgung darunter leidet, weil in diesen Bereichen jahrzehntelang gespart wurde und versäumt wurde, für den nötigen Digitalisierungsschub zu sorgen.

Innovation sorgt auch für Wettbewerbsfähigkeit von deutschen KMUs, um sich gegen Konzern-Giganten zu behaupten, die durch Corona nunmehr noch größer wurden. Wir brauchen Finanzmittel, Förderung und Vermittlung von Kompetenzen für die Digitalisierung von KMUs, wie Click & collect Systeme, elektronische Kassen- und Bezahlsysteme und technische Kompetenzen für deren Umsetzung.

Wie können wir den Digitalisierungs- und Innovationsschub erreichen?

Wir brauchen dringend bereits in der Entwicklungsphase eine Ausweitung staatlicher Finanzierungen für Technologie-Innovationen. Der private Sektor scheute dieses Risiko bisher, nicht einmal 6% der Wagniskapital-Investitionen in Europa flossen bisher in diesen Bereich.

Dabei könnte Deutschland mittels seiner hohen Bonität über nationale und internationale Förderbanken wie der KfW oder der Europäische Investitionsbank oder über einen neuen Bürgerfonds gezielt frühphasige Tech-Investitionen stemmen.

Diese Direktinvestitionen in Kombination mit gezielten, einfach zugänglichen Förderprogrammen können den Staat als Schlüsselakteur in einem neuen deutschen Gründerzeitalter etablieren.

Daneben brauchen wir mehr europäisches Kapital für jene Start-ups, die es „geschafft“ haben und hohen Finanzbedarf zum Wachstum haben. Nur so können wir sichern, dass große deutsche Innovationen nicht ins Ausland abwandern. Wir sollten alles dafür tun, dies zu verhindern, sonst verpassen wir sehenden Auges unsere Zukunft.

Wie ich beitragen kann

Ich bin seit vielen Jahren tätig als Investorin für digitale Geschäftsmodelle und neue Technologien. Ich habe u.a. neue Forschung im Bereich Sensorik und Photonik gefördert, sowie nachhaltige und divers orientierte Startups mit finanziert. Daneben habe ich Förderprogramme und Investitionsfonds für die Europäische Union aufgebaut und bin als Expertin und Jury-Mitglied beim EUR 10 Mrd. schweren Frühphasen-Technologie-Fonds der EU „European Innovation Council“ tätig. Ich kenne die Welt der Startups, der Innovation und des Unternehmertums, und weiß, was getan werden muss, um eine nachhaltige Perspektive für Innovationen zu bieten.


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